Mein Gastvater betreibt wie schon beschrieben einen Shop, in dem Sanitärmaterial, Wasserrohre und Zeitungen verkauft werden. Die Tages- und Wochenzeitungen werden jeden Morgen (bzw. einmal in der Woche) geliefert. Das ist meistens vor sechs Uhr morgens, manchmal sind sie aber auch um sieben noch nicht da. Außerdem gibt es noch viele verschiedene Glücksspielzeitungen von privaten Anbietern. Diese Zeitungen werden jeden Samstag von meinem Gastvater in Accra gekauft und die nicht verkauften werde zurückgegeben. Letzte Woche Samstag haben ich ihn auf dieser Tour begleitet.
Es beginnt damit, dass er die alten Zeitungen zusammenrollt und mit diesen dann im Trotro nach Accra fährt. Ich war an diesem Tag schon in Accra, weshalb ich mich abends mit ihm dort traf. Ich wartete gegen zehn Uhr abends an der Poststation im Süden Accras auf ihn. Währenddessen sprach mich jemand an und ich erfuhr, dass er von der Elfenbeinküste ist. Er wollte sich gerne mit mir unterhalten und war auch sehr nett, doch kamen wir aufgrund sprachlicher Barrieren nicht weit. Meine wenigen Brocken Französisch standen seinen wenigen Brocken Englisch gegenüber. Was ihn aber nicht davon abhielt, weiter sein Glück zu versuchen.
Doch traf ich kurze Zeit später meinen Gastvater und konnte mit ihm losziehen. Er führte mich zu dem Ort, an dem später in der Nacht die neuen Zeitungen angeliefert werden und stellte mich auch zwei Freunden vor, die schon vor Ort waren. Da noch Zeit war, setzten wir uns gemeinsam in einen Spot und danach ging es zurück. Dieser Ort war ein Haus mit einem großen Innenhof, in dem schon einige auf dem Boden und auf Tischen schliefen und auf die Ankunft der Zeitungen warteten. Mir wurde auch eine Schlafstelle hergerichtet. Einige der alten Zeitungen wurden im Inneren des Gebäudes auf dem Boden ausgelegt und ich legte mich darauf, um zu schlafen. Auf dem Rücken war es recht bequem, auf der Seite hätte ich gerne geschlafen, doch brauche ich dafür wohl noch etwas Übung. Im Haus war es mollig warm und andere schliefen auch dort schon oder zählten Zeitungen.
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| Im Gebäude |
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| Im Innenhof |
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| Zeitungen die ausgegeben werden |
Die Zeitungen sind für mich ein heilloses Durcheinander von Zahlen. Andere scheinen damit mehr anzufangen zu wissen. Es sind nämlich die Ziehungen der letzten Jahre abgedruckt, so bspw. von 1997 bis jetzt. Dies deshalb, damit man versuchen kann, ein System zu erkennen und daraus abgeleitet einen passenden Tipp abzugeben. Ob's klappt?
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| Mein Gastvater an einem Stand |
Wir fuhren schließlich zur Trotro-Station in den Stadtteil Kaneshie wo ich mich verabschiedete um am Sonntag noch eine Freiwillige am Flughafen zu verabschieden. Ich wartete oben auf einer Fußgängerbrücke auf den Sonnenaufgang, der aber leider nicht kam - es wurde einfach nur überall hell. Danach ging ich zur Trotro-Station zurück und suchte mir ein schönes Plätzchen zum Schlafen. Ich fand eine Bank, auf der andere Leute saßen (aber nicht schliefen), gesellte mich zu ihnen und verfiel nach der langen (bzw. kurzen Nacht) von halb sieben bis sieben in einen leichten Schlaf.
Bis eine Frau an meinem Bein rüttelte: "Oooobroni!" Hmpf!
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| Zeitungen im Shop. Rechts die Glücksspielblätter. |





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